Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

Musik auf Instagram und TikTok: Was dürfen Marken?

Ein Trend-Sound unter dem eigenen Reel wirkt wie die einfachste Sache der Welt. Für Marken ist er es nicht: Was privaten Accounts erlaubt ist, gilt für Unternehmen oft nicht. Hier erfahrt ihr, was ihr nutzen dürft und wie ihr trotzdem mit Musik auffallt.

Warum Marken nicht jeden Song nutzen dürfen

Instagram und TikTok haben Vereinbarungen mit Labels, Verlagen und Verwertungsgesellschaften wie der GEMA. Diese Lizenzen decken in erster Linie die private, nicht kommerzielle Nutzung ab. Sobald ein Beitrag für ein Unternehmen wirbt, verlässt er diesen Rahmen. Für Werbung braucht es eine eigene Erlaubnis der Rechteinhaber, und die ist in den Plattform-Lizenzen in der Regel nicht enthalten.

Die Folgen reichen von stummgeschalteten oder gesperrten Videos bis zu Abmahnungen und Schadensersatzforderungen. Dass ein Song in der App auswählbar ist, bedeutet also nicht, dass eure Marke ihn verwenden darf.

Dieser Artikel gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Regeln der Plattformen ändern sich regelmäßig, prüft deshalb immer die aktuellen Richtlinien.

Was auf Instagram gilt

Unternehmensprofile haben auf Instagram nur Zugriff auf eine eingeschränkte Musikbibliothek mit Titeln, die für die kommerzielle Nutzung freigegeben sind. Viele bekannte Songs und aktuelle Trends fehlen dort. Die Musikrichtlinien von Meta schließen die Nutzung von Musik zu kommerziellen Zwecken grundsätzlich aus, sofern keine passende Lizenz vorliegt.

Ein Wechsel zu einem Creator-Profil löst das Problem nicht: Entscheidend ist nicht der Kontotyp, sondern ob der Beitrag für eine Marke wirbt.

Was auf TikTok gilt

TikTok stellt Unternehmen die Commercial Music Library zur Verfügung, eine Sammlung von Songs und Sounds, die für Werbung freigegeben sind. Business-Accounts können nur auf diese Bibliothek zugreifen. Das gilt auch für bezahlte Anzeigen. Die großen Hits aus den Charts sind dort meist nicht enthalten.

Eigene Sounds sind möglich: Was ihr selbst aufnehmt oder produzieren lasst und an dem ihr die Rechte habt, dürft ihr nutzen. Genau darin liegt eine Chance, denn ein eigener Sound kann selbst zum Trend werden.

Musik in Kooperationen mit Creators

Auch wenn ein Creator oder Artist den Beitrag auf seinem eigenen Kanal veröffentlicht: Sobald es sich um bezahlte Werbung für eure Marke handelt, gelten dieselben Grenzen. Auf TikTok ist für Branded Content in der Regel ebenfalls Musik aus der Commercial Music Library oder ein eigener Sound vorgesehen.

Anders sieht es aus, wenn der Artist seine eigene Musik einbringt. Dann lässt sich die Nutzung direkt im Kooperationsvertrag regeln, inklusive der Frage, ob ihr den Content später selbst oder als Anzeige verwenden dürft. Mehr dazu im Artikel Buyout erklärt.

Legale Wege zu Musik für eure Marke

WegGeeignet fürEinschränkung
Kommerzielle Bibliothek der PlattformLaufende Postings ohne ZusatzkostenKaum bekannte Songs, wenig Wiedererkennung
Lizenzierte Production MusicVideos auf mehreren Kanälen und AnzeigenAndere Marken nutzen dieselben Titel
Bekannten Song lizenzierenGroße Kampagnen mit BudgetAufwendig und teuer, Rechte bei Label und Verlag
Kooperation mit einem ArtistReichweite und Glaubwürdigkeit bei FansRechte müssen im Vertrag geregelt sein
Eigener Song oder SoundWiedererkennung und Trend-PotenzialBraucht Produktion und Vorlauf

Für Marken, die mit Musik wirklich auffallen wollen, sind die letzten beiden Wege besonders interessant. Ein eigener Sound gehört euch, kann auf allen Kanälen laufen und lädt andere ein, ihn in ihren eigenen Videos zu verwenden. Wie das funktioniert, zeigen wir unter TikTok-Sounds für Marken. Wie schnell ein Song für eine Marke entstehen kann, zeigt unser Case BENNY x PENNY: Song und Musikvideo entstanden innerhalb von 48 Stunden.

Checkliste für euer Social-Team

  • Kontotyp prüfen: Business-Accounts nutzen nur die freigegebene Bibliothek der Plattform.
  • Keine Trend-Songs in Werbung: Auch wenn der Song in der App angeboten wird, ist er für Marken meist tabu.
  • Kooperationen absichern: Klärt im Vertrag, welche Musik der Creator verwendet und wer die Rechte daran hat.
  • Anzeigen gesondert prüfen: Für Paid Ads gelten oft strengere Regeln als für organische Beiträge.
  • Lizenzen dokumentieren: Bewahrt Nachweise über gekaufte oder vereinbarte Rechte auf.
  • Eigene Musik aufbauen: Ein eigener Sound oder Song löst das Problem dauerhaft und stärkt eure Marke.

Ihr wollt wissen, welcher Weg zu eurer Marke passt? Im Music Strategy Workshop klären wir das gemeinsam, inklusive Kostenrahmen.

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FAQ

Kurz beantwortet.

Dürfen wir einen bekannten Song einfach in unserer Werbung verwenden?

Nein. Für die Nutzung eines Songs in Werbung braucht ihr die Rechte an der Komposition (vom Musikverlag) und an der Aufnahme (vom Label). Diese Rechte werden individuell verhandelt. Wir klären für euch, wer die Rechte hält, und verhandeln die Lizenz.

Welche Rolle spielt die GEMA?

Die GEMA vertritt in Deutschland die Rechte von Komponisten und Textern, etwa bei öffentlichen Aufführungen auf Events oder bei Ausstrahlungen im Radio und TV. Für Werbung werden die Rechte meist zusätzlich direkt mit Verlag und Label geregelt. Wir sorgen dafür, dass alle notwendigen Rechte abgedeckt sind.

Wie wird ein Sound auf TikTok zum Trend?

Ein Trend lässt sich nicht garantieren, aber planen: mit einem eingängigen Sound, einem Artist mit aktiver Community, einer einfachen Mitmach-Idee und Creators, die den Sound zum Start aufgreifen. Paid Ads können die Verbreitung zusätzlich anschieben.

Wem gehören die Rechte an einem Song, der für unsere Marke entsteht?

Das wird individuell vereinbart. Üblich ist, dass der Artist den Song veröffentlicht und eure Marke umfangreiche Nutzungsrechte für Werbung erhält. Auf Wunsch lässt sich auch eine weitergehende Rechteübertragung verhandeln.

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