Ratgeber · 8 Min. Lesezeit

Musik lizenzieren für Unternehmen: so geht es

„Können wir den Song nicht einfach kaufen?“ Diese Frage hören wir oft. Die ehrliche Antwort: Einen Song kauft man nicht, man lizenziert ihn für einen bestimmten Zweck. Welche Rechte ihr für welchen Einsatz braucht, wer sie vergibt und wie ihr dabei nicht zweimal bezahlt.

Was ihr eigentlich kauft

Ein Song besteht rechtlich aus zwei Teilen: der Komposition mit Text, deren Rechte meist ein Musikverlag vertritt, und der konkreten Aufnahme, deren Rechte meist beim Label liegen. Für Werbung braucht ihr in der Regel beide. Ihr erwerbt dabei kein Eigentum, sondern ein Nutzungsrecht: für bestimmte Medien, ein bestimmtes Gebiet und eine bestimmte Zeit.

Unsere Faustregel: Je genauer ihr wisst, wo die Musik laufen soll, desto günstiger und schneller wird die Lizenz. Unklare Anfragen führen zu teuren Pauschalangeboten oder zu Rechten, die am Ende nicht reichen.

Dieser Artikel gibt einen praxisnahen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Grundlagen zu GEMA und Verwertungsrechten findet ihr im Artikel Musik in der Werbung: Lizenzen, Rechte und GEMA.

Welche Rechte für welchen Einsatz

EinsatzWas ihr brauchtTypischer Weg
Organische Social-Media-PostsFreigegebene Musik für kommerzielle NutzungKommerzielle Bibliothek der Plattform, Production Music oder eigene Musik
Social Ads und PartnerschaftsanzeigenRechte für bezahlte Werbung auf der PlattformProduction Music mit Werbelizenz, Sync-Lizenz oder eigene Musik
Imagefilm und WebsiteRecht zur Verbindung mit dem Film (Synchronisation) und Online-NutzungProduction Music oder Auftragsproduktion
TV-, Kino- und Online-SpotSync-Rechte an Komposition und Aufnahme für Medien, Gebiet und LaufzeitVerhandlung mit Verlag und Label oder Auftragsproduktion
Event, Messe, BühneAufführungsrechte, meist über die GEMA, bei Videos vom Event zusätzlich Online-RechteGEMA-Anmeldung durch den Veranstalter, eigene Musik für Opener und Walk-ins
Hintergrundmusik im GeschäftRechte für öffentliche WiedergabeVertrag über die GEMA, die auch für die GVL einzieht, oder spezielle Store-Music-Anbieter
Warteschleife und PodcastNutzungsrechte für den jeweiligen EinsatzProduction Music oder eigener Sound

Wichtig für Social Media: Was in der App als Song angeboten wird, ist für Unternehmen meist nicht freigegeben. Details im Artikel Musik auf Instagram und TikTok.

So lizenziert ihr einen Song in sechs Schritten

  1. Nutzung festlegenMedien, Länder, Laufzeit, Länge des verwendeten Ausschnitts und ob ihr Exklusivität braucht.
  2. Rechteinhaber findenVerlag oder Verlage für die Komposition, Label für die Aufnahme. Bei Songs mit mehreren Urhebern sind oft mehrere Verlage beteiligt.
  3. Anfrage stellenMit allen Angaben zur Nutzung, idealerweise mit Storyboard oder Rohschnitt.
  4. VerhandelnPreis, Laufzeit, Optionen zur Verlängerung und mögliche Einschränkungen.
  5. Vertrag abschließenMit allen Rechteinhabern, bevor der Spot veröffentlicht wird.
  6. Nutzung dokumentierenMusikmeldung, Laufzeiten im Blick behalten und rechtzeitig verlängern oder ersetzen.

Bei bekannten Songs dauert das oft mehrere Wochen, und eine Absage ist jederzeit möglich, etwa wenn ein Artist seine Musik nicht mit Werbung verbinden möchte. Plant deshalb immer eine Alternative ein.

Was in eine Lizenzanfrage gehört

  • Marke, Produkt und Kampagne
  • Medien: TV, Kino, Online, Social Media, Paid oder organisch
  • Gebiet: Deutschland, DACH, Europa oder weltweit
  • Laufzeit und gewünschte Verlängerungsoptionen
  • Länge und Teil des Songs, der verwendet wird
  • Anzahl der Spots und Schnittfassungen
  • Geplanter Starttermin
  • Wunsch nach Exklusivität in eurer Branche

Die teuersten Fehler

  • Rechte nur für den ersten Kanal kaufen: Wer erst für TV lizenziert und später Social Ads ergänzen will, verhandelt neu und zahlt meist mehr als bei einer gemeinsamen Anfrage.
  • „Lizenzfrei“ wörtlich nehmen: Lizenzfrei heißt meist nur, dass keine weiteren Gebühren pro Nutzung anfallen. Was erlaubt ist, steht in den Bedingungen, und viele Abos schließen TV oder Paid Ads aus.
  • Nur eine Seite klären: Die Rechte an der Aufnahme ohne die Rechte an der Komposition, oder umgekehrt, reichen nicht.
  • Den Song vor der Freigabe in den Schnitt legen: Wenn sich alle an den Song gewöhnt haben und die Lizenz scheitert, wird jede Alternative intern abgelehnt.
  • Laufzeiten vergessen: Lizenzen enden. Ein Spot, der danach weiterläuft, ist eine Rechtsverletzung.

Wann ihr besser eigene Musik produziert

Ein bekannter Song lohnt sich, wenn genau seine Bekanntheit und Emotion Teil der Idee ist. In vielen anderen Fällen ist eine Auftragsproduktion die bessere Wahl: Sie gehört euch, passt genau zu eurem Spot, lässt sich auf allen Kanälen nutzen und kostet über die Zeit oft weniger als wiederholte Lizenzen. Und sie kann zum Erkennungszeichen eurer Marke werden.

Wir verhandeln Lizenzen für bestehende Songs und produzieren eigene Musik im Haus. Mehr unter Musiklizenzen & Buyouts und Musik produzieren lassen.

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Wir beraten euch unverbindlich und setzen die Kampagne auf Wunsch komplett um.

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FAQ

Kurz beantwortet.

Dürfen wir einen bekannten Song einfach in unserer Werbung verwenden?

Nein. Für die Nutzung eines Songs in Werbung braucht ihr die Rechte an der Komposition (vom Musikverlag) und an der Aufnahme (vom Label). Diese Rechte werden individuell verhandelt. Wir klären für euch, wer die Rechte hält, und verhandeln die Lizenz.

Welche Rolle spielt die GEMA?

Die GEMA vertritt in Deutschland die Rechte von Komponisten und Textern, etwa bei öffentlichen Aufführungen auf Events oder bei Ausstrahlungen im Radio und TV. Für Werbung werden die Rechte meist zusätzlich direkt mit Verlag und Label geregelt. Wir sorgen dafür, dass alle notwendigen Rechte abgedeckt sind.

Was ist ein Buyout und brauchen wir das?

Mit einem Buyout erwerbt ihr die Nutzungsrechte am Content, den der Artist für euch produziert, etwa um ein Reel auf euren eigenen Kanälen oder als Paid Ad zu nutzen. Ohne Buyout darf der Content meist nur auf den Kanälen des Artists laufen. Wir verhandeln Dauer, Kanäle und Umfang passend zu eurer Kampagne.

Wem gehören die Rechte an einem Song, der für unsere Marke entsteht?

Das wird individuell vereinbart. Üblich ist, dass der Artist den Song veröffentlicht und eure Marke umfangreiche Nutzungsrechte für Werbung erhält. Auf Wunsch lässt sich auch eine weitergehende Rechteübertragung verhandeln.

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