Ratgeber · 7 Min. Lesezeit

Werbung mit Musik 2026: OREO, Nespresso & Co.

Marken arbeiten so vielfältig mit Musik wie nie zuvor: als Testimonial, als Songpartner, als Plattform für Fans oder sogar als eigenes Label. Sieben Beispiele aus den letzten Monaten und was ihr daraus für eure Marke mitnehmen könnt.

1. OREO und Bausa: Fans werden Teil der Kampagne

Für die Kampagne „Trust the Twist“ setzt OREO auf den Rapper Bausa. Er lädt auf Spotify zu einer „getwisteten“ Playlist ein, und mit dem Song-Generator „Twist my Song“ können Fans selbst aktiv werden. Ziel waren laut Fallstudie unter anderem hunderte nutzergenerierte Inhalte.

Learning: Ein Artist wirkt stärker, wenn Fans nicht nur zusehen, sondern mitmachen können. Mehr dazu im Artikel Mitmach-Kampagnen.

2. Extra und Zahide: ein Song statt Werbung

Zum Schulstart veröffentlichten die Kaugummimarke Extra und die Berliner Rapperin und TikTokerin Zahide den Song „Kotti d’Azur“. Statt klassischer Werbung erzählt der Song vom Abschalten mit Kopfhörern und Kaugummi. Laut Fachpresse erreichte er auf TikTok innerhalb weniger Wochen über 25 Millionen organische Views und wurde in mehr als 10.000 Videos von Nutzern verwendet.

Learning: Ein Song, der als Song funktioniert, wird freiwillig geteilt. Die Marke ist Teil der Geschichte, nicht ihr Mittelpunkt.

3. Rügenwalder Mühle: ein Klassiker neu erzählt

Zum 30. Jubiläum hat Rügenwalder Mühle seinen bekannten Reiter-Spot von 1996 neu aufgelegt, mit Wilson Gonzalez Ochsenknecht und Rapperin Nura in den Hauptrollen. Anders als das Original läuft die Neuauflage vor allem in Social Media.

Learning: Bekannte Markenmomente lassen sich mit Persönlichkeiten aus Musik und Popkultur für eine neue Generation übersetzen.

4. Nespresso und Dua Lipa: ein neues Gesicht für eine bekannte Marke

Nespresso hat Dua Lipa 2026 zur globalen Markenbotschafterin gemacht. In der ersten Kampagne übernimmt sie den bekannten Slogan „What else?“, George Clooney ist nur noch in einer Nebenrolle zu sehen. Ziel ist laut Fachpresse, die Marke zu verjüngen und neue Zielgruppen anzusprechen.

Learning: Ein Artist als Testimonial kann eine Marke sichtbar verjüngen. Wie solche Partnerschaften funktionieren, lest ihr unter Musiker als Testimonial.

5. Coca-Cola: die Marke als Label

Gemeinsam mit Universal Music hat Coca-Cola 2025 das Label Real Thing Records gegründet, das junge Artists aufbaut und veröffentlicht. Mit Coke Studio betreibt die Marke zudem seit Jahren eine Plattform, die Artists und Fans zusammenbringt.

Learning: Marken werden selbst zu Musikanbietern. Das muss nicht gleich ein Label sein, oft reicht ein eigener Song oder ein eigener Sound. Mehr dazu unter Sonic Branding & Jingles.

6. PENNY und BENNY: schnell auf einen viralen Moment reagieren

Als eine Schafherde durch einen PENNY-Markt zog, sprach ganz Deutschland darüber. Innerhalb von 48 Stunden entstand der Song „BENNY“ mit Luca-Dante Spadafora, inklusive Musikvideo, als Soundtrack zur Kampagne „Sheep Happens“. Die Gesamtkampagne erzielte rund 30 Millionen Euro Earned Media, ein Umsatzplus von 6 Prozent und einen Anstieg der Beliebtheit um 69 Prozent. Den Song haben wir umgesetzt: zum Case.

Learning: Musik ist eines der schnellsten Mittel, um auf einen Moment zu reagieren, wenn Artist und Produktion bereitstehen.

7. Xbox und Luca-Dante Spadafora: Produkt im Alltag eines Artists

In einem Social-Sketch nimmt Luca-Dante Spadafora das ROG Xbox Ally überall mit hin, sogar mitten ins Konzert. Das Produkt wird so selbstverständlicher Teil seines Alltags, in einem Format, das auf Instagram und TikTok funktioniert. Auch diese Kampagne stammt von uns: zum Case.

Learning: Produkte wirken glaubwürdig, wenn sie natürlich im Leben des Artists vorkommen statt in einer gestellten Werbesituation.

Was Marken daraus lernen

  • Der Song zuerst: Musik, die für sich allein überzeugt, wird geteilt. Werbung, die nur Musik benutzt, wird übersprungen.
  • Fans einbinden: Mitmach-Mechaniken vervielfachen die Reichweite.
  • Passung vor Bekanntheit: Der Artist muss zur Marke und Zielgruppe passen, nicht nur viele Follower haben.
  • Schnelligkeit: Wer Artist und Produktion griffbereit hat, kann auf Momente reagieren.
  • Mehrere Kanäle: Social, Streaming, Events und Paid Media zusammen denken.

Welche dieser Ansätze zu eurer Marke passen, klären wir im Music Strategy Workshop.

Angaben zu Kampagnen anderer Marken stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen und Fachmedien.

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FAQ

Kurz beantwortet.

Welche Formate sind möglich?

Social-Media-Inhalte wie Reels, TikToks und Stories, Musikvideos mit Produktplatzierung, eigene Songs für eure Marke, Werbespots, Live-Auftritte, Meet & Greets, Gewinnspiele, gemeinsame Produkte und langfristige Markenbotschafter-Programme.

Wie findet ihr den passenden Artist für eine Marke?

Wir starten bei eurer Zielgruppe und euren Zielen, nicht bei einem Namen. Dann prüfen wir, welche Artists diese Zielgruppe erreichen, zu euren Werten passen und glaubwürdig mit eurem Produkt auftreten können. Ihr bekommt eine Auswahl mit Reichweite, Zielgruppendaten und Kostenrahmen.

Warum sollte eine Marke mit Musik arbeiten?

Musik erreicht Menschen emotional und dort, wo sie ihre Freizeit verbringen: auf Streaming-Plattformen, in Social Media, auf Konzerten und Festivals. Kooperationen mit Artists sorgen für Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit, die klassische Werbung oft nicht mehr erreicht, vor allem bei jüngeren Zielgruppen.

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